Sport am Dienstag

Guck mal, wer da hilft!

Sport am Dienstag
Hallenfußball von und mit Stephan Heibel
Dienstags, ASS-Halle, 20.30 bis 22 Uhr
Zielgruppe: junge Männer zw. 17 und 25 Jahren

Nemat nach innen geflankt. Kopfball, abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Reza schießen. Reza schießt … kein Tor! Gehalten! Und schon ist das Spiel aus, 3:2 für Mannschaft A. Der Sieger bleibt auf dem Platz, der Verlierer macht Platz für Mannschaft C, die sich während des 5-minütigen Spiels dankbar auf der Bank ausruhen durfte. Dankbar, weil Softball einfach extrem anspruchsvoll ist. Aber auch, weil sich auf der Auswechselbank Gespräche über die Probleme des Alltags ergeben.

Seit Juni 2017 bietet Stephan Heibel in Eigeninitiative einmal in der Woche Sport in der Halle der Albert-Schweitzer-Schule an. Der zweifache Familienvater lebt mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe der Unterkunft. Mit seinem Angebot möchte er vor allem junge Männer zwischen 17 und 25 Jahren erreichen, die sich sich beim Hallenfußball mal so richtig austoben können.

“Gerade die 17-25 jährigen, alleinstehenden jungen Männer aus unserer Unterkunft verfügen über sehr viel Freizeit und benötigen für eine erfolgreiche Integration besonders viel Aufmerksamkeit. Und nichts integriert besser als der Fußball, das gilt sogar für die unterschiedlichen Kulturen innerhalb der Geflüchteten. Wo anfangs bissige Kommentare und teilweise Tränen flossen, kehrte schon nach wenigen Wochen gemeinsames Schulterklopfen und Lachen ein,” so Heibel.

Nachdem man mit nur wenigen Sportbegeisterten gestartet war, kamen durch den Austausch mit der Sport-AG von Klein Borstel hilft (Tischtennis, Kicker; jeden Donnerstag um 20 Uhr) immer mehr Spieler hinzu. Die gute Stimmung und die gepflegten Pässe haben sich herumgesprochen und inzwischen kann man regelmäßig drei Mannschaften à 4 Spieler aufstellen. Die meisten Teilnehmer wohnen in der Unterkunft, es kicken aber auch immer wieder alteingessene Klein Borsteler mit.

Dabei glich die Anfangszeit von „Sport am Dienstag“ eher einem Hürdenlauf als einem gepflegtem Hallenkick. Erst nach zahllosen Telefonaten, Mails und Gesprächen konnte eine verbindliche Hallenzeit gefunden werden. Weitere Abstimmungen waren notwendig, um überhaupt Fußball spielen zu dürfen – was letztlich mit einem speziellen Hallenfußballfilzball genehmigt wurde. Dann fiel auf, dass viele der Kicker keine oder nicht geeignete Turnschuhe besaßen. Aber dank des gut sortierten Kleiderstübchens von Klein Borstel hilft und einer großzügigen Sachspende vom Laufwerk konnten schnell ausreichend Schuhe mit abriebfester Sohle besorgt werden. Und schließlich musste noch die Versicherungsfrage geklärt werden, die letztlich über die Mitgliedschaft im Verein Scala abgedeckt wurde, der sich nun über viele neue Mitglieder freut. “Ah, Formulare! Ja, Deutschland, Formulare!”, hieß es nur lachend und verständnisvoll von den Flüchtlingen, als sie die Mitgliedsanträge zu sehen bekamen.

Aber jetzt, nachdem Stephan Heibel endlich alle Hürden überwunden hat, heißt wieder jeden Dienstag Hacke, Spitze, eins, zwei, drei! Da wird gezaubert, auch schon mal geflucht, viel gelacht, etwas geschubst, geköpft und gehalten. Und am Ende hat Reza sein Tor doch noch gemacht.

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